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Best of … Lass uns reden, Schatz!

Die wichtigsten Fragen. Die spannendsten Antworten. Die stärksten Tipps von Fachleuten. All das finden Sie in diesem Best-of aus unserem familienst@rk Web-Coaching zum Thema „Lass uns reden, Schatz“. Klicken Sie gleich mal rein in unsere FAQs! 

 „Lass uns reden, Schatz!“ FAQs rund um Kommunikation in der Partnerschaft  

Richtig streiten, Konflikte lösen, Bedürfnisse äußern, Wertschätzung schenken – gute Kommunikation ist die Basis jeder guten Beziehung. Gerade im eng durchgetakteten und oft stressigen Familienalltag oder in langjährigen Beziehungen kann dieses Fundament aber brüchig werden – oder hatte von Anfang an schon ein paar Risse, die über die Jahre größer wurden. Wie können wir Vorwurf-Gefechte vermeiden? Wie spreche ich meine Bedürfnisse am besten an? Wie geht liebevolle, wertschätzende Kommunikation nicht im Alltag unter? Wann wäre eine Paarberatung oder ein Kommunikationstraining der richtige Schritt? Diese und viele weitere Fragen aus unserem Live-Chat zum Thema Paarkommunikation finden Sie hier. Die Antworten geben Kommunikations- und Paarberatungsprofis.  

Miteinander reden im Alltagsstress

Job, Haushalt und Familie gleichzeitig zu stemmen, ist eine große Belastung. Und oft ist eine partnerschaftliche Arbeitsteilung im Haushalt leider immer noch nicht selbstverständlich. Aber anstatt verallgemeinernd zu schimpfen: Bitten Sie ganz konkret um Hilfe! Fordern Sie sachlich bestimmte Arbeiten ein, wie z. B den Müll runterbringen oder mit dem Kind auf den Spielplatz gehen.  

Ja, die Corona-Pandemie hat viel Energie gefordert. Versuchen Sie, sich wieder ab und zu gemeinsame Exklusivzeit zu schaffen, in der Sie etwas tun, das Ihnen beiden Spaß macht. Machen Sie abwechselnd Vorschläge. 

Es ist normal, dass im Alltag viel Organisatorisches zu besprechen ist und die Kommunikation dabei oft sachlich ist. Vielleicht finden Sie Zeit, etwas Humorvolles miteinander zu teilen oder etwas Schönes zu unternehmen – z. B. einen lustigen Film anzuschauen oder einen Ausflug in die Natur zu machen. Ab und zu ein kleiner Tapetenwechsel bringt wieder mehr Emotionen ins Spiel. 

Wenn Sie als Paar nicht mehr ruhig darüber sprechen können, was in Ihnen vorgeht und was die Gründe für Ihre gegenseitigen Vorwürfe sind, dann würde ich Ihnen raten, die Hilfe einer Paarberatung in Anspruch zu nehmen. 

Vielen Paaren geht es ähnlich, Sie sind damit nicht allein. Vielleicht können Sie ab und zu einen Babysitter organisieren und schön gemeinsam essen gehen. Vielleicht lassen Sie die Kinder auch einfach mal einen Film schauen – und Sie beide trinken in Ruhe einen Kaffee oder ein Glas Wein und entspannen gemeinsam.  

Ja, Sie sollten Ihr Bedürfnis auf jeden Fall ansprechen. Vermitteln Sie Ihrem Mann, wie wichtig kleine Gesten der Liebe und Zuneigung für Sie sind. Formulieren Sie Ihren Wunsch als Ich-Botschaft und nicht als Vorwurf. Also nicht: „Du machst mir nie Komplimente!“ Sondern: „Ich vermisse deine schönen Komplimente von früher…“  

Elternteile haben oft unterschiedliche Bedürfnisse nach Zeit für sich. Versuchen Sie diesen Unterschied anzunehmen. Eventuell sieht Ihr Mann die Zeit mit Ihrem gemeinsamen Kind auch als Aus- bzw. Erholungszeit zu seiner Arbeit. Versuchen Sie, mit Ihrem Mann darüber ins Gespräch zu kommen.  

Sprechen Sie gemeinsam darüber, wie Sie beide die Zeiten der Abwesenheit erleben und vielleicht Ihre Beziehung in dieser Zeit auf andere Weise gestalten können. Vielleicht können Sie feste Zeiten für Video-Telefonate ausmachen, sich regelmäßig Nachrichten schreiben oder den ersten Abend nach der Dienstreise gemeinsam besonders gestalten. 

Ein einfacher Tipp ist das ruhige, achtsame Durchatmen. Bevor Sie explodieren, atmen Sie tief ein und aus und zählen in Ruhe bis drei. Vielleicht wäre auch autogenes Training oder eine geführte Meditation etwas für Sie, um das „Ruhig bleiben“ im Alltag zu lernen und zu üben.  

Diese Situation ist zunächst einmal völlig normal. Es gibt immer Phasen in Beziehungen, in denen das Sexleben in den Hintergrund rückt. Aber auch wenn die Kinder oft Priorität haben, gönnen Sie sich auf jeden Fall auch regelmäßig gemeinsame, achtsame Paarzeit! 

Paartherapie, Eheberatung & Co.

Es ist oft schwer, die Partnerin oder den Partner von einer Paarberatung oder -therapie zu überzeugen, wenn diese nicht selbst das Bedürfnis haben. Manchmal kann es helfen, wenn Sie ihm oder ihr mitteilen, wie wichtig Ihnen diese Investition in die Beziehung ist und dass Sie gerne über ein bestimmtes Thema mit Hilfe einer dritten Person ins Gespräch kommen möchten.  

Der Weg zu einer Paar- oder Eheberatung ist immer möglich. Oft ergeben sich neue Perspektiven und Möglichkeiten, wenn Sie in Ruhe mit einer neutralen dritten Person über Ihre Probleme sprechen. Hier finden Sie Beratungsstellen in Ihrer Nähe.  

Ja, Sie können auch allein bei einer Paarberatung oder einem Paarcoaching Hilfe suchen. Manchmal motiviert dieser Schritt den Partner oder die Partnerin, dann doch mitzukommen. 

Nein Sie müssen nicht verheiratet sein, um zu einer Eheberatung gehen zu dürfen. Sie können ganz unabhängig von Ihrer Lebens- und Partnerschaftsform unsere Hilfe in Anspruch nehmen. 

Eine Paartherapie kann Ihnen helfen, wenn Sie zu zweit nicht mehr über schwierige Themen sprechen können, sich Gesprächsabläufe oder Streits immer wiederholen und Sie zu keiner Lösung kommen. Sie können im Internet nach passenden Angeboten suchen oder auch auf Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin zugehen.   

Ja, das können Sie üben, auch gemeinsam! Sex ist einfach ein Thema, über das viele nicht gelernt haben zu reden. In der Eheberatung versuchen wir, die Partner/innen zu unterstützen, über Sex, Grenzen und Wünsche ins Gespräch zu kommen. 

Es lohnt sich immer, an sich selbst und an seiner Lebenssituation zu arbeiten. Dass Routinen entstehen, ist in langjährigen Beziehungen normal. Vielleicht können Ihnen kleine Auszeiten mit Ihrem Partner helfen. Ein Paartherapeut kann Sie dabei unterstützen, ab und zu etwas Verrücktes, Spannendes oder Lustiges zu zweit zu unternehmen.  

Praktische Hilfe: Kommunikationstrainings für Paare und die App PAARADIES®

Die folgenden Fragen beziehen sich auf die Angebote des Münchner Instituts für Kommunikationstherapie und angewandte Forschung in Partnerschaft und Familie e.V. – sowie die kostenlose Beziehungspflege-App PAARADIES®. 

Ja, natürlich können sich auch gleichgeschlechtliche Paare zu den Kommunikationstrainings „Ein Partnerschaftliches Lernprogramm (EPL)“, „Konstruktive Ehe und Kommunikation (KEK)“ oder „Kommunikations-Kompetenztraining in der Paarberatung (KOMKOM)“ anmelden. Schildern Sie dort einfach Ihre Paar- und Lebenssituation.  

Es ist normal, dass im stressigen Alltag mal die Nerven blank liegen. Wenn dies häufig vorkommt, ist ein Gesprächstraining eine gute Idee. Suchen Sie im Internet nach passenden Angeboten in Ihrer Umgebung oder informieren Sie sich auf der Website des Münchner Instituts für Kommunikationstherapie

Die Gesprächstrainings des Münchner Instituts für Kommunikationstherapie werden in der Regel in Gruppen angeboten. Expertinnen und Experten vermitteln psychologische Hintergründe und Kommunikationstipps, die die Paare dann in Zweiergesprächen üben. Die Fachkräfte unterstützen sie dabei. 

Ja! Im Zuge der Corona-Pandemie wurden für viele Angebote auch Online-Kurse entwickelt. Infos und Anmeldemöglichkeiten zu den Kommunikationstrainings EPL, KEK und KOMKOM finden Sie auf der Website des Instituts. Nach weiteren Angeboten können Sie sich auch bei der Ehe- und Familienberatung oder dem Jugendamt in Ihrer Nähe erkundigen. 

Einen Versuch ist es allemal wert. Auch wenn nur eine bzw. einer in der Partnerschaft etwas verändert, hat das Auswirkungen: Die andere Seite bemerkt die Veränderungen und reagiert darauf. Vielleicht können Sie so Ihren Partner oder Ihre Partnerin motivieren, sich doch auf eine Paarberatung oder ein Kommunikationstraining einzulassen.  

Sprechen Sie ihren Wunsch offen an. Erklären Sie ihm ruhig und ohne Vorwürfe, warum Ihnen Unterstützung von außen wichtig ist und was Sie sich von einem Kommunikationstraining erhoffen. Sprechen Sie das Thema nicht zwischen Tür und Angel oder an einem stressigen Tag an. Warten Sie dafür einen ruhigen Moment ab und wählen Sie eine Situation, in der Sie sich wohl fühlen.  

Es lohnt sich auf jeden Fall, die App PAARADIES® einfach mal auszuprobieren. Die kostenlose App wurde entwickelt, um Paare dabei zu unterstützen, ihre Beziehung langfristig zu pflegen. Legen Sie doch gleich los!

Zu mehr Infos über die App PAARADIES® und Download-Links

Manchen Menschen fällt es sehr schwer, Komplimente zu machen. Probieren Sie z. B. den virtuellen Liebesbrief der PAARADIES®-App aus, um sich gegenseitig öfter mal eine nette Botschaft zu schicken. Ein Versuch lohnt sich! 

Ja, es gibt z. B. Kurse zur Ehevorbereitung im Erzbischöflichen Ordinariat München, Fachbereich Ehe- und Familie. Nützlichen Rat und Infos zum Thema Heiraten und Ehe finden Sie auch in der kostenlosen Broschüre „Wir heiraten!“

Kommunikationsfallen: Anschweigen, Vorwürfe, Missverständnisse

Männer sind es oft nicht gewöhnt, über ihr inneres Erleben zu sprechen. Es kann passieren: Je mehr sie mit ihm darüber sprechen wollen, desto mehr zieht er sich zurück. Unternehmen Sie gemeinsam etwas Schönes, vielleicht fällt ihm ein solches Gespräch in entspannter Stimmung leichter. Auch ein Gesprächstraining könnte helfen, den negativen Kreislauf zu durchbrechen. Wenn Ihr Partner allerdings gar nicht weiß, was genau in ihm vorgeht und er wenig Zugang zu seinen Gefühlen hat, wäre eine psychologische Einzel- oder Paarberatung passender. Und ganz wichtig: Ihre Bedürfnisse sind genauso wichtig, reden auch Sie darüber!  

Männer und Frauen haben oft einen unterschiedlichen Zugang zu Intimität. Frauen reden gerne zuerst, um Nähe aufzubauen und dann intim zu werden – bei Männern ist es meist genau andersherum. Beide Wege sind gute Wege, es gibt kein Richtig oder Falsch. Vielleicht können Sie darüber reden, Ihre Wege abzuwechseln? 

Mit ihren Kumpels haben Sie vermutlich einen gemeinsamen Gesprächsstil. Mit Ihrer Frau gibt es vielleicht ungeklärte Konflikte oder persönliche „wunde Punkte“, die bei jedem Gespräch im Hintergrund mitschwingen und die negativen Emotionen bei ihr auslösen. Es ist wichtig, dass Sie ihre Frau danach fragen und eventuelle Hintergrundthemen klären.  

Schade, denn es ist schön, dass Sie ihrer Frau Komplimente machen. Es wäre wichtig zu verstehen, was sie daran so unter Druck setzt. Versuchen Sie, mit ihr darüber ins Gespräch zu kommen. 

Es kann sein, dass Ihr Mann einen verringerten Selbstwert hat und deshalb vieles persönlich nimmt. Sagen Sie ihm, dass Sie ihn lieben und dennoch an der Beziehung arbeiten möchten. Wenn er sich angenommen fühlt, kann sich die Situation verbessern! 

Besonders in andauernden Stresssituationen kann dieses Dauerkritik-Verhalten entstehen. Bleiben Sie ruhig und lassen Sie sich nicht provozieren. Stärken Sie sich selbst und tun Sie sich etwas Gutes! Sie sind gut so, wie Sie sind! 

Ihr Partner sollte verstehen und respektieren, dass Sie bestimmte Formulierungen verletzen. Er sollte sich auch im Klaren darüber sein, dass sich viele Verletzungen im Laufe einer Beziehung ansammeln und Vertrauen zerstören. Evtl. könnte Ihnen beiden die Unterstützung einer Paarberatung oder eines Kommunikationstrainings helfen. 

Es ist völlig okay, dass es Ihnen manchmal zu viel wird. Vielleicht unternehmen Sie mal etwas Spannendes zusammen. Zum Beispiel könnte ein Ausflug, eine Bergtour, ein Theaterbesuch oder ein Städtetrip eine Verbindung herstellen – ohne lange Gespräche. 

Erzählen Sie ihm erstmal regelmäßig über Themen, die Sie beschäftigen – und zwar außerhalb ihrer Beziehung, z. B. von Konflikten im Job, im Freundeskreis oder mit Verwandten. So macht er gute Erfahrungen im „Miteinander reden“, ohne dass ihn die Themen persönlich betreffen. Wenn es dann doch mal um Ihre Beziehung geht, fühlt er sich wahrscheinlich weniger überrumpelt.  

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin darauf ansprechen. Vielleicht nimmt er oder sie gar nicht wahr, wie die Aussagen bei Ihnen ankommen. Wichtig ist, dass Sie eine konkrete Beispiel-Situation beschreiben. Und – dass Sie als Ich-Botschaft ausdrücken, wie Sie sich bei diesem Kommunikationsverhalten fühlen und was Sie sich stattdessen von Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin wünschen. Zum Beispiel nicht: „Immer nörgelst du an mir herum!“ Sondern: „Mich verletzt es, wenn du mir das Gefühl gibst, alles falsch zu machen. Ich würde mir wünschen, dass du Kritik nicht in diesem Mecker-Tonfall äußerst.”  

Richtig streiten

Nach dem „Warum“ zu fragen, ist tatsächlich nicht hilfreich, um Konflikte zu lösen. Fragen Sie eher: „Was brauchst du? Was wünschst du dir? Wie kann ich dir helfen?“ Sagen Sie andersherum auch ganz konkret, was Ihnen wichtig ist. Zum Beispiel: „Bitte unterstütze mich mehr bei der Kinderbetreuung.“ Oder: „Wenn du aufs Handy schaust, während ich mit dir rede, verletzt mich das.“  

Toll, dass Sie so viel über Kindererziehung lesen. Wenden Sie Ihre bevorzugten Erziehungsmethoden weiter an, auch wenn Ihr Mann Dinge anders macht, das darf auch sein. Bei Tipps besteht immer die Gefahr, dass sich der Partner bevormundet fühlt. Probieren Sie doch mal, ihm in einer alltäglichen Situation einen kleinen, konkreten Hinweis zu geben, was gerade im Umgang mit den Kindern hilfreich wäre. So kann er den Rat vielleicht leichter annehmen. Grundsätzlich sollten Sie beide aber auch herausfinden, warum genau Sie so oft über Erziehungsfragen streiten. Eventuell kann eine Paarberatung helfen, dahinterstehende Themen aufzudecken. 

Grundsätzlich ist es nicht optimal, Freunde bei ernsteren Beziehungsproblemen um Rat zu fragen. Denn die sind selten neutral und auch keine geschulten Fachkräfte. Besser wäre der Weg zu einer Beratungsstelle in Ihrer Nähe. Ein gemeinsames Kommunikationscoaching kann Ihr Konfliktverhalten und Ihre Streitkultur zusätzlich verbessern. 

Wir verstehen uns einfach nicht …

Wir können einen anderen Menschen nicht grundlegend ändern, aber bei uns selbst ansetzen. Sie sollten versuchen, noch mehr Verständnis und Respekt für sich selbst und Ihre eigenen Bedürfnisse zu entwickeln. Und Ihre Wünsche dann Ihrer Partnerin auch klar und deutlich mitteilen – ohne Angst vor Konflikten. Ihre Bedürfnisse sind genauso wichtig wie die Ihrer Partnerin.  

Es ist gut nachvollziehbar, dass Sie frustriert sind. Männer ticken oft einfach anders als Frauen. Vielleicht wäre eine Paarberatung oder ein Kommunikationstraining etwas für Sie. Dabei hätten Sie eine neutrale Person, die zwischen Ihnen beiden vermitteln kann. Haben Sie aber auch Verständnis für sich selbst! 

An der eigenen Kommunikation arbeiten

Es ist normal, im Alltag auch mal genervt und gereizt zu sein. Ihr Wille, etwas zu verändern, ist schon großartig. Wie könnten Ihr Partner oder andere Menschen Sie konkret entlasten? Achten Sie auf kleine Auszeiten und Entspannung, gemeinsam, aber auch für sich allein! 

In einem Gespräch durchgängig in Ich-Botschaften zu sprechen, ist wirklich nicht einfach! Deshalb: Toll, wenn es zumindest am Anfang schon klappt. Wenn Sie merken, dass Sie wieder in „Du-Vorwürfe“ rutschen, entschuldigen Sie sich kurz und formulieren Sie das Gesagte noch einmal um. Dranbleiben und weiter üben – auch in alltäglichen Gesprächen ohne großes Konfliktpotential! 

Es ist menschlich, dass wir uns ab und zu angegriffen fühlen. Ich würde Ihnen dennoch raten, an Ihrem Selbstwert zu arbeiten. Wenn Sie mit sich selbst im Reinen sind, dann bleiben Sie auch gelassener bei vermeintlicher Kritik und in stressigen Situationen. Was Sie in Ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung investieren, verbessert auch ihre Beziehung! 

Es wäre wichtig, herauszufinden, auf welchen „emotionalen Boden“ die Aussagen Ihres Mannes treffen. Es könnte sein, dass frühere ungeklärte Konflikte oder Verletzungen Ihre Wahrnehmung und Interpretation des Gesagten beeinflussen. Eventuell kann Ihnen eine Paarberatung helfen.  

Sie zeigen, dass Sie sich für Ihren Partner bemühen möchten – das ist toll! Vielleicht können Sie tatsächlich versuchen, ruhiger und sachlicher mit ihm zu sprechen. Yoga oder Autogenes Training könnten Ihnen dabei helfen, grundsätzlich etwas ausgeglichener und gelassener zu werden.  

Oft haben Partner verschiedene Arten zu kommunizieren. Versuchen Sie, mit Ihrer Partnerin etwas zu unternehmen, das Ihnen beiden Freude macht. Vielleicht kommen Sie so „ganz nebenbei“ und ohne Druck ins Gespräch. 

Mein Partner / meine Partnerin nervt mich

Es ist total normal, dass man in Beziehungen vom anderen auch mal genervt ist – gerade im Alltag. Atmen Sie ruhig durch, bevor Sie ihm impulsiv Vorwürfe machen - vielleicht können Sie auch mal über etwas hinwegsehen. Ansonsten: Sprechen Sie in ruhigem Ton und als Ich-Botschaft an, was Sie sich wünschen. Zum Beispiel: „Wenn du unsere organisatorischen Absprachen im Alltag vergisst, fühle ich mich nicht ernst genommen und mit dem Haushalt allein gelassen.“  

Im Alltag ist es völlig normal, dass Partner auch mal voneinander genervt sind. Bleiben Sie gelassen und überlegen Sie: Gibt es wirklich gar nichts, dass Sie liebenswert an ihm finden? Wofür Sie „danke“ sagen könnten? Versuchen Sie es trotz Genervtheit mit ein bisschen Wertschätzung. Vielleicht bekommen Sie ja ungeahnte Wertschätzung zurück?   

Manche Männer sind weniger kommunikativ und schlagfertig als Frauen. Vielleicht nehmen Sie sich etwas zurück und legen Ihren Fokus mehr auf andere Stärken Ihres Mannes. Außerdem: Unternehmen Sie etwas ohne viele Worte, z. B. einen Wanderausflug, einen Tanzkurs, ein neues gemeinsames Hobby oder einen Kinoabend. Dabei steht das gemeinsame Erlebnis im Mittelpunkt und nicht die Diskussionsfähigkeit.  

Veränderungswünsche richtig ansprechen

Manchmal schleifen sich negative Kommunikationsmuster fest ein. Dann ist es schwer, diese auf eigene Faust zu verändern – selbst wenn man es will. Hier wäre eine Paarberatung oder ein Kommunikationstraining sicher hilfreich. 

Viele Partner verändern sich im Laufe der Jahre körperlich und finden sich gegenseitig weniger attraktiv. Aber je mehr Druck Sie aufbauen, desto mehr Widerstand wird es geben. Vielleicht kann es helfen, wenn Sie das Thema Abnehmen mit gemeinsamem Spaß und gemeinsamen Zielen verbinden: Machen Sie zusammen einen vegetarischen Kochkurs, ein gemeinsames neues Sporthobby oder ähnliches.  

Manchen Männern fällt es schwer, Gefühle auszuhalten – die eigenen und die vom Gegenüber. Nehmen Sie selbst Ihre Gefühle auf jeden Fall ernst, reden Sie mit Freundinnen, wenn es Ihnen nicht gut geht und kümmern Sie sich unabhängig von Ihrem Partner um Ihr Wohlergehen! Gönnen Sie sich z. B. einen Massagetermin oder ein Coaching. Erklären Sie Ihrem Partner aber auch, wie sehr es Sie verletzt, wenn er Sie nicht ernst nimmt und dass Sie sich mehr Verständnis wünschen.  

Miteinander reden: noch mehr Fragen und Antworten

Hier wäre eine professionelle Paarberatung wichtig. Mit Hilfe einer neutralen Person können Sie gemeinsam herausfinden, was die Gründe für das Fremdgehen waren, wie groß die emotionalen Verletzungen sind – und ob Sie der Beziehung noch eine Chance geben.  

Bestimmte Regeln für Sprecher/in und Zuhörer/in können Paare auf jeden Fall erlernen und üben – genauso wie alle anderen Menschen auch. Erfahrungsgemäß dauert es aber eine Weile, bis man mit den Regeln vertraut ist und sie automatisch in Gesprächen anwendet – ohne darüber nachzudenken oder in alte Muster zu verfallen.  

Wenn die Berufstätigkeit wegfällt, verbringen Paare plötzlich mehr Zeit miteinander und müssen Ihren Alltag neu sortieren. Dabei kann es auch zu Streit kommen. Natürlich können auch ältere Paare die Kommunikationsregeln für sich nutzen, um Konflikte zu vermeiden oder zu lösen und Ihre Beziehung zu stärken. Außerdem wird es wichtig sein, dass Ihre Mutter und Ihr Vater jeweils eigene Interessen verfolgen und nicht zu viel aufeinander hocken.  

Es passiert häufig in Beziehungen, dass Partner aneinander herummäkeln. Lassen Sie sich nicht verunsichern. Ziehen Sie sich bewusst schick an, pflegen Sie sich, gehen Sie auch eigenen Interessen nach, stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein. Wenn Ihre Figur oder Ihr Fitnesslevel Sie aber tatsächlich auch selbst stören und Sie sich nicht nur Ihrem Partner zuliebe mehr bewegen würden – dann spricht nichts gegen ein bisschen Sport!